(M)Ein Jahresrückblick: „Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach da zu sitzen und vor sich hin zu schauen“ (Astrid Lindgren)
Nicht immer haben wir Zeit, einfach dazusitzen. Die Kinder, die Tiere, die Arbeit, … – aber so war es vermutlich auch in Bullerbü, mit dem Besucher*innen den Posthof oft vergleichen. Auch in Bullerbü hatten sie bestimmt viel zu tun. Und so wird es ja auch wenigstens nicht langweilig!
In 2025 haben wir aus einer Bier-Idee heraus die Bio Food Coop auf dem Posthof ins Leben gerufen – und obschon die Coop nun gar nicht mehr wegzudenken ist, staunen wir noch manchmal, dass sie da ist und wir das geschafft haben. Wir hatten unserer erste Lämmersaison auf dem Posthof – es waren nicht immer einfache Geburten aber immer große Momente, wenn man Zeuge werden durften, wie die Mütter nach der Anstrengung ihre gerade geborenen Lämmer abschleckten. Wir haben – man muss inzwischen sagen „wie jedes Jahr“ – einen wunderschönen Adventsmarkt ausgerichtet, waren Gastgeber eines sehr schönen VHS „Kultur im Hinterhof“-Konzertes und haben erstmalig aktiv mit einem Stand beim Erntedankfest in Nübbel mitgewirkt. Wir hatten ein sehr schönes und kurzweiliges Sommerfest von, für und mit den Mitgliedern der Food Coop. Humulus-Veranstaltungen wie der Wildkräuter-Spaziergang und die Pilzwanderung haben sponte Besucherströme zu uns gelenkt, so dass unser Parkplatz plötzlich viel zu klein war. Achja, Parkplatz: den haben wir ja auch noch etwas trocken(er) gelegt.
Wir haben gesät, gejätet, geerntet, gekocht: ein Highlight war unser Apfelsafttag im Oktober, an dem wir gute 90 Liter leckeren Apfelsaft aus unseren eigenen Äpfeln gemacht haben. Und wir haben Erdbeeren, Himbeeren und Johannisbeeren geschlemmt.
Bei all dem, haben wir viele neue Menschen kennengelernt und schöne Gespräche geführt. Wir hatten tatkräftige Unterstützung von so vielen Freiwilligen und mehrere liebe Menschen haben uns einfach mal so einen Kuchen vorbeigebracht.
Und dann hatten wir auch noch einfach viele tolle Momente zusammen als Bewohner*innen des Posthofs und zahlreiche Gründe zu feiern: runde Geburtstage (und eckige!), Schnapszahlen-Geburtstage, eine Einschulung, einen Master-Abschluss, berufliche Veränderungen und sogar ein neues Menschenkind auf unserem Hof. Und tatsächlich war sogar noch ein wenig Zeit, einfach nur das Leben zu genießen, zusammen am Lagerfeuer zu sitzen, ein Gruß morgens am Küchenfenster oder abends auf dem dunklen Hof dem Käuzchen zu lauschen und die Sterne anzusehen. Wir haben zusammen geweint und gelacht, gestritten und vertragen – unser Bullerbü verflucht, um es im nächsten Moment noch mehr ins Herz zu schließen. „Ich will hier nie weggehen“ sagte meine Tochter am 30.12. zu mir – was für ein Jahr 2025! |