Konzert auf dem Posthof „Das Ungemach“
Am 12. Juli fand auf dem Posthof im Rahmen der VHS-Reihe „Kultur im Hinterhof“ ein Konzert mit der Gruppe „Das Ungemach“ statt. Auch wenn die VHS Stühle und Gläser anlieferte, blieb für uns noch einiges zu tun: Der Unterstand beim Schafstall und bei der FoodCoop musste gesäubert werden, denn die Musiker samt Instrumenten sollten auf jeden Fall im Trockenen sein. Getränke und Knabbereien mussten vorbereitet werden. Das Wetter war unbeständig, sodass wir kurzfristig eine Jurte und einen Pavillon auf dem Hof vor der FoodCoop aufbauten – ziemlich anstrengend, aber wir schafften es gerade noch rechtzeitig.
Bereits am Nachmittag bauten die vier Musiker ihre umfangreiche Anlage auf. Ab 19 Uhr trafen die zahlreichen Besucher ein, und um 19:30 Uhr ging es los: Schlagzeug, Gitarre, Saxofon, Gesang und mehr – laut, rhythmisch und voller Energie. Vertont wurden Texte von Ringelnatz, Kästner, Jandl und anderen. Eine spannende Mischung aus Lustigem, Ironischem und Tiefsinnigem. Das Publikum war begeistert – irgendwann wurde sogar getanzt.
Die FoodCoop hatte ihre Türen geöffnet, und in der Pause gab es Getränke, Snacks und viele Gespräche. Später wurde sogar die Feuerschale entzündet. Ein sehr schöner, gelungener Abend in einem wunderbaren Ambiente – darin waren sich am Ende alle einig. Auch die Musiker und Herr Feuser von der VHS zeigten sich begeistert vom Ort und dem Rahmen.
Mit vereinten Kräften aller Bewohner gelang es uns am Abend noch, Jurte und Pavillon wieder abzubauen und aufzuräumen.
Im Nachgang reflektierten wir ausführlich den Ablauf der Veranstaltung. Die Dynamik, die sich in Gemeinschaften wie dem Posthof immer wieder zeigt, war auch hier spürbar: Wir hatten im Vorfeld nicht abgesprochen, dass alle am Nachmittag vor Ort sein sollten, um auf Eventualitäten vorbereitet zu sein. So war die Besetzung am Nachmittag knapp, was beim Aufbau von Jurte und Pavillon zu Stress führte – auch wenn wir es am Ende geschafft haben.
Wir konnten die unzureichende Kommunikation im Vorfeld sowie die damit verbundenen Gefühle offen besprechen und klären – und daraus für die Zukunft lernen. So blieb nichts „hängen“.
Dabei wurde für uns deutlich, wie sich in Gemeinschaften wie dem Posthof immer wieder eine Spannung zeigt: zwischen den individuellen Bedürfnissen und dem individuellen Selbst-Sein auf der einen Seite – und den Erfordernissen der Gemeinschaft, dem Gruppen-Selbst, auf der anderen. Wir leben in einer Gesellschaft, in der individuelle Entfaltung einen hohen Stellenwert hat – und auch wir sind von diesem Ideal geprägt. Gleichzeitig erfordern Gemeinschaften wie der Posthof immer wieder, dass persönliche Bedürfnisse zugunsten des Gemeinwohls zurückgestellt werden.
Wir konnten diesen Prozess betrachten, uns austauschen und für unsere künftige Kommunikation daraus lernen.
So war das Konzert für uns auf allen Ebenen ein Erfolg – mit Spaß, Freude, Lernen und wertvollen Erfahrungen.
Wir freuen uns schon auf die Veranstaltung im kommenden Jahr! |